Multiserologie via Microarray – Diagnostik für gesunde Schweine und sichere Lebensmittel

Herausforderung

Um das Risiko für lebensmittelbedingte Erkrankungen bei Menschen zu minimieren, fordert die Europäische Union seit vielen Jahren ein umfassendes Kontrollprogramm bezüglich sogenannter Zoonoseerreger wie Salmonellen, Toxoplasmen oder Hepatitis-E-Viren. Bei der Schweinemast in Deutschland ist ein solches Monitoringsystem bislang lediglich für Salmonellen gesetzlich vorgeschrieben und umgesetzt worden. Dadurch ist die Zahl der Salmonellenerkrankungen in den letzten Jahren deutlich reduziert worden.

Lösungsansatz

Ziel des Projektes war es, für relevante Zoonose- und Produktionserkrankungen des Schweins ein Informationssystem zu etablieren und zu erproben, das jeder Schlachthof in Deutschland einfach und vollautomatisiert in den Routineablauf integrieren kann. Analog zur Salmonellendiagnostik wurden Antikörper gegen mehrere Erreger mit Hilfe eines Microarrays gleichzeitig detektiert. Der Nachweis erfolgte auch für bestimmte Infektionserreger, die ausschließlich die Gesundheit von Schweinen beeinträchtigen. So konnte ein bestandsspezifisches Tiergesundheitsprofil erstellt werden. Es lieferte wichtige Ansätze, um verschiedene zoonotische Erkrankungen beim Menschen zu reduzieren und Landwirte bei der Gesunderhaltung der Tiere zu unterstützen. Sowohl Blutserum als auch Fleischsaft eigneten sich als Untersuchungsmaterial. Langfristig helfen die Ergebnisse dabei, deutschlandweit das Zoonosemonitoring und die Tiergesundheit zu verbessern.

Ergebnisse

Unter den erprobten Antigenen zeigten sich für die Analyse von Toxoplasma gondii und Yersinia enterocolitica hohe und für Mycoplasma hyopneumoniae, Actinobacillus pleuropneumoniae, PRRS-Virus und Salmonella spp. moderate Testgenauigkeiten. Im Feldversuch mit 60 Schweinemastbetrieben wurden 3.600 Proben im Microarray-Streifen-Format in zwei Laboren untersucht. Dabei zeigte sich, dass die Microarray-Technologie in Routine-Labore einfach integrierbar ist und optimale Voraussetzungen für die Erstellung serologischer Bestandsprofile bietet. Detaillierte Ergebnisse finden Sie im Abschlussbericht.

Schweine werden nach der Schlachtung beprobt um ein bestandsspezifisches Tiergesundheitsprofil zu erstellen. - Foto: Katharina Loreck

Das Projekt im Überblick

Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover; Institut für Lebensmittelqualität und Sicherheit

 

Prof. Dr. Diana Meemken

Projektkoordinator/in

Tel: 0511/8567551

Mail: diana.meemken@fu-berlin.de

Projektdaten

Vollständiger Name: Multiserologie via Microarray: Ein effizientes Diagnostikum zur kontinuierlichen Tiergesundheits- und Lebensmittelssicherheitsoptimierung beim Schwein

Zeitraum: 18.05.2016 – 15.02.2020

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