Phagentherapie – Anwendung von Bakteriophagen in der Therapie von Euterentzündungen

Herausforderung

Bei Entzündungen des Euters von Milchkühen misslingt die Antibiotika-Therapie häufiger, als dass sie zum Erfolg führt. Die entzündeten Stellen am Euter bleiben dadurch über eine längere Zeit infiziert. Besonders während der Phase der Milchproduktion schlägt die Behandlung nicht gut an. Die betroffenen Tiere müssen dann separat gemolken werden, um eine Weiterverbreitung zu vermeiden, was wiederum zeitintensiver und kostspieliger ist. Auch treten Antibiotika-Resistenzen bei dieser Erkrankung vermehrt auf.

Lösungsansatz

Eine spezielle Kombination sogenannter Bakteriophagen reduziert den Einsatz von Antibiotika bei Euterentzündungen. Bakteriophagen (oder Phagen) sind Viren, die bestimmte Bakterienarten erkennen, befallen und schließlich zerstören. Dadurch sind sie eine Alternative zu Antibiotika und eignen sich auch, um bereits gegen Antibiotika resistente Keime zu bekämpfen. Darüber hinaus sind Bakteriophagen gegen die Schleimschichten der Krankheitserreger aktiv, die Antibiotika nur schwer durchdringen können. Die Phagen wirken jedoch nicht zwingend gegen alle Stämme einer Bakterienart, daher empfiehlt sich eine Kombination mehrerer Phagen. Die innovative Therapieform kann einerseits dazu beitragen, deutlich weniger Antibiotika in der Milcherzeugung einzusetzen. Andererseits verbessert sich die Tiergesundheit und das Tierwohl, wenn die Entzündungen schneller abklingen. Auch die Betriebe selbst haben einen Vorteil, denn der Arbeitsaufwand wird geringer.

Das Projekt im Überblick

Hochschule Hannover, Fak II Bioverfahrenstechnik, Mikrobiologie

 

Prof. Dr. med. vet. habil. Volker Krömker
Dr. med. vet. Stefanie Leimbach

Projektkoordinator/in

Mail: Volker.Kroemker@hs-hannover.de

Mail: Stefanie.leimbach@hs-hannover.de

Projektdaten

Vollständiger Name des Projekts: Phagentherapie  – Anwendung von Bakteriophagen in der Therapie von Staphylococcus aureus Mastitiden

Projektlaufzeit: bis 31.12.2025

 

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